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Rückblick auf das Leben von Hakan Carlqvist

Hakan „Carla“ Carlqvist weilt leider nicht mehr unter uns – der berühmte schwedische Rennfahrer ist in den frühen Tagen des Juli 2017 im allzu jungen Alter von 63 Jahren gestorben. Seine Motocross-Karriere war so erfolgreich, dass er der Öffentlichkeit von Schweden, auch bei den Nicht-Motorsport begeisterten Person, bekannt war. Doch diejenigen, die „Carla“ kannten, wussten von seiner Sturheit und gutem Geiste. Er wird von vier Schlüsselwörtern zusammengefasst: Held, Leistung, hartnäckig, geliebt- ein Mann mit nur einem Ziel. Carla hat zwei Motocross-Weltmeistertitel gewonnen. Seinen ersten gewann er mit Husqvarna im Jahre 1979…

Hakan Carlqvist wurde am 15. Januar 1954 geboren. Den Motocross-Rennfahrer zeigte in seinen jungen Jahren Interesse an sehr vielen Sportarten. Zuerst war er ein begeisteter Fußballspieler und ein eifriger Eishockeymann, der auch mit seinem Downhill mit hoher Geschwindigkeit unterwegs war. Sein Interesse an Motorrädern kam im Alter von 16 Jahren, als Carlqvist begann eine 125ccm Straßenmaschine zu fahren. Im folgenden Jahr 1971 kaufte sich Hakan eine Penton-KTM-Wettkampfmaschine, die dazu beigetragen hat, seinen Weg zum zukünftigen Erfolg zu ebnen. Carlqvist gewann sein erstes Rennen durch Hartnäckigkeit, Schnelligkeit und Konsequenz. Schritt-für-Schritt lernte er, ein professioneller Fahrer zu werden. Vor seinem Beruf als professioneller Motorrad-Fahrer, war er im Baugewerbe tätig.

Im Jahre 1978 bekam Carlqvist von Husqvarna eine Standard Maschine mit Ersatzteilen, obwohl er im Vorjahr „Factory“ Unterstützung erhielt. Die Saison begann gut… Hakan gewann den ersten Grand Prix Lauf seines Lebens beim Saison Opener in Spanien . Aber der Rest von ’78 vierlief nicht nach seinen Vorstellungen. Er beendete einige Rennen bloß auf Rang 7 in der Meisterschaftswertung. Bei seinem Heim-Grand Prix schaffte es „Carla“ mit Rang 2 ein gutes Ergebnis einzufahren. Er musste sich lediglich vom damaligen Superstar Thorleif Hansen geschlagen geben.

Als sich die Saison 1979 näherte, hatten die Leute von Husqvarna Zweifel an Carlqvist. Nach einigen Verhandlungen gab ihm die das Team eine Chance, sich auf einer Werksmaschine in der 250ccm Weltmeisterschaft zu beweisen. Es gab keine Verhandlungen von Vertragsgeld, sondern nur um Bonus für erzielte Ergebnisse … „Das Geld war von zweiter Bedeutung für mich nach all meinen Fehlern“, sagte Carlqvist, „alles was ich wollte, war jetzt eine Chance, mich zu beweisen. Tief im Inneren wusste ich, dass ich ein Gewinner war. „

1979 begann er mit einem zweiten Platz beim April-Opener, der wie üblich in Sabadell, Spanien stattfand. Zwei Wochen später fuhr Hakan Carlqvist in Halle, Holland. In den Niederlanden fahren sie die meiste Zeit auf sandigen Boden. Der lose Boden eignet sich gut für Carla und er gewann beide Läufe mit Style und zeigte, dass er auf dem richtigen Weg zum Erfolg war. Eine Woche später zog die GP-Szene nach Bra in Norditalien. Carla brach im ersten Lauf zusammen, gewann aber sein zweites Rennen.. Nach drei Runden war Carlqvist in der 250cc-Serie vorne und die Dinge sahen vielversprechend aus. „Diese Saison hat den Unterschied gebracht“, sagte Hakan, „vorher musste ich selbst alles reparieren, aber mit meinem Werksmechaniker Tommy Jansson konnte ich mich auf die Rennen konzentrieren, was sich als erfolgreich erwies. Tommy J war ein Mann mit einer vorherigen Motocross-Karriere und er half mir sowohl der Vorbereitung meiner Husqvarna als auch  psychologischen Dingen. Unsere Freundschaft geht weit zurück, so dass dies eine optimale Lösung für unser Team war. Ich konnte auch bemerken, dass ich in diesem Jahr schneller von Anfang an war und dass mein Fahren konstanter war als zuvor. „

In Genk, Belgien, wurde Carlqvist von seinem Hauptkonkurrenten Neil Hudson aus Großbritannien geschlagen. Allerdings gewann Carla den zweiten Lauf, so dass er immer noch die Meisterschaft anführte. In Karlovac, Jugoslawien, wurde die Reihenfolge wiederholt, während der Schwede in Holice, der Tschechoslowakei beide Motos zu gewinnen konnte. Die halbe Saison war weg und Husqvarna stand an der Spitze der Gesamtwertung. Es war Anfang Juni und es war Zeit für den polnischen GP in Szczecin. Wieder gewann Carlqvist beide Rennen, wie er die folgende Woche in Lavour, Frankreich tat. Mit vier GP Siegen in Folge, war die Meisterschaft fast zugunsten des 25-jährigen Schwedens entschieden. In den kommenden zwei Grand-Prix-Runden erzielte Carlqvist nur 10 Punkte mit einem dritten Platz in den U.S.A. in Unadilla.

Aber in der ersten Augustwoche wurde die Titelverfolgung entschieden, nachdem Hakan Carlqvist beide Motos in Bielstein gewonnen hatte. Von den 24 gewann Carla 14 GP-Rennen und mit seinem ersten WM-Titel in der Tasche gaben ihn die Medien den Spitznamen „Superschwede“. Es herrschte eine enorme Freude und es ist schwer zu erklären, die Emotionen die Carlqvist zum Zeitpunkt des Erfolges fühlte. Nach seinem Unglück mit schweren Verletzungen in den vergangenen Jahren hatte er viele Male Zweifel. Aber am Ende zahlten sich seine Bemühungen aus und Husqvarna hatte einen neuen Star in ihrem Werks-Team. Der Triumph des Superswedes erhielt nach seinem großen Sieg eine fantastische Medienreaktion. „Meine Träume sind endlich wahr geworden“, sagte ein jubelnder Hakan Carlqvist, „aber meine Träume gingen weiter, da ich auch den 500ccm Klassentitel wollte.“

Die Saison 1979 begann am 18. Februar und ging bis zum 21. Oktober, mit Rennen an jedem Wochenende außer zwei. „Damals war ich müde, rund um den Globus zu reisen und ich wollte einfach nur mit Freunden entspannen und mein Glück feiern.“
Mit steigendem Selbstvertrauen begann die hartnäckige Carla mit den Vorbereitungen für einen weiteren WM-Titel, den er 1983 bekam. Er war nun bekannt für sein heißes Temperament und seine berüchtigten Ausbrüche. Hakan Carlqvist war ein Mann, der nie Worte verzerrte und die Wahrheit wollte in diesem Sport nicht jeder hören. Sein Fahrstil war bekannt dafür das Maximum zu geben.

Privat war Carla ein einfacher, höflicher Mann, der wenig redete. Jedoch verglichen ihn viele Leute mit der Box-Legende Cassius Clay.

„Aber das ist nur, weil ich fokussiert bin“, vergelte der sperrige Schwede, „es ist nur meine Art. Nachdem ich mein letztes Ziel erreicht habe, kann ich mich entspannen und die Zukunft nehmen, wie es kommt. Vielleicht Geld verdienen, damit ich ohne wirtschaftliche Probleme in den Ruhestand gehen kann. „

Im Jahr 1983 erhielt Hakan Carlqvist die „Svenska Dagbladet Goldmedaille“, die prestigeträchtigste Sport-Auszeichnung, die man in Schweden bekommen kann. Er ist einer der härtesten Männer, die jemals auf einem Motorrad gesessen sind. Geformt aus gehärtetem Stahl, hatte er einen Krieger Instinkt auf der Strecke. In der Nacht vom 6. Juli 2017 ist eine schwedische Motorik-Ikone von uns vergangen.

Ruhe in Frieden, Carla!
© Bild: Husqvarna
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