Connect with us

Fahrer

Manuel Perkhofer im CrossNews-Interview

Der 22-jährige Manuel Perkhofer feierte mit dem MX2 Vize-Staatsmeistertitel 2018 seinen größten österreichischen Erfolg. In der Saison 2019 hatte der Tiroler mit mehreren Verletzungen zu kämpfen, wodurch er bei seinem Heimrennen in Rietz und in Weyer nicht an den Start gehen konnte. Trotz vier versäumter Rennen, beendete der KTM Vertragsfahrer die Österreichische MX2 Staatsmeisterschaft auf der vierten Position.

Hey Manuel, wie hältst du dich in der momentanen Zwangspause fit?
Hi, Ich trainiere so gut es geht von zu Hause aus. Ergometer und die Kraftkammer sind momentan meine besten Freunde (haha).

Deine Eltern sind unter anderem Inhaber der Motocross Strecke in Rietz. Hast du die Möglichkeit, derzeit auf der Strecke zu trainieren?
Meine halbe Verwandtschaft ist im Verein tätig ja, aber leider ist es momentan aufgrund der Ausgangssperre nicht möglich, was extrem schade ist, da ich zu Fuß nur 10min zur Strecke habe. Ich hoffe das ändert sich bald damit ich wenigstens ein paar Trainingsrunden drehen kann!

Wann und wie hat deine Karriere gestartet?
Ende 2002 war ich mit meiner Mutter und meinem Onkel auf einem Rennen und dort haben sie mir direkt von Bekannten eine 50cc KTM gekauft, mein Papa wusste vorerst von all dem noch nichts! Mittlerweile stehen sie Beide in allem hinter mir und unterstützen mich bei all meinen Entscheidungen und geben mir Kraft, wenn ein Rennwochenende mal nicht nach Wunsch lief!

2018 hast du dich als österreichischer MX2 Vize-Staatsmeister küren können und 2019 die Saison trotz Verletzung auf Rang 4 beenden können. Bist du zufrieden mit diesen Ergebnissen oder ist der Ehrgeiz einen Titel zu gewinnen größer?
Der ist auf jeden Fall größer! Ich war ja schon hier und da mal knapp dran aber zu 100% ging´s bis jetzt noch nicht auf. Aber was ja noch nicht ist, kann ja noch werden (haha)

2019 war dein Plan in der EMX250 Serie und an ausgewählten MX2 WM Läufen teilzunehmen. Der Plan wurde letztendlich nicht in die Realität umgesetzt, warum?
Weil ich mir leider beim ersten EM Lauf Anfang April in Arco am Knie verletzt habe und dann Ende Mai mir noch dazu die Schulter auskugelte, entschied ich mich einen Gang zurückzuschrauben und mich vorerst auf meine Heilung zu konzentrieren! Bei solchen stark besetzten Rennen wie die EM und WM muss man 100% fit und vorbereitet sein um sich dort zu Qualifizieren.

Beim ADAC MX Masters Heimrennen in Möggers hast du dir eine Schulterverletzung zugezogen. Wie schwer war die Verletzung und wie hat sie dich in der zweiten Hälfte der Saison 2019 beeinflusst?
Da ich mir die Schulter schon des Öfteren ausgekugelt habe, waren sich die Ärzte vorerst nicht sicher ob es eine OP bräuchte oder nicht. Im Endeffekt kam ich ohne OP über die Runde und konnte gut 6 Wochen später ins Training einsteigen. Danke an dieser Stelle an das Team von Physio im Focus!

Vergangenes Jahr bist du erstmals in der ADAC MX Masters Klasse gestartet? Was sind die größten Unterschiede der 250ccm und 450ccm und welches Motorrad liegt dir besser?
Ich habe mich schlussendlich für die 350ccm entschieden, da der Sprung von der 250ccm nicht ganz so groß ist und sie sich doch etwas ähnlicher sind als die 450ccm. Eigentlich bin ich ein großer Fan der 250ccm und fühl mich auf Anhieb wohl. Die 350ccm macht mir aber genau so viel Spaß und ich komme erstaunlich gut damit klar!

Du hast bereits bei einigen internationalen Rennen teilgenommen, wie beispielsweise in der Europameisterschaft. Sind die Rennen mit österreichischen Veranstaltungen vergleichbar?
Nein. Solche Veranstaltungen kann man meiner Meinung nach gar nicht miteinander vergleichen. Allein schon der Aufwand was für ein WM/EM Rennen betrieben wird ist enorm. Deswegen nennt man sie ja die Königsklasse.

Vor einigen Wochen bekamen wir die Information, dass du dich vom Cofain Team getrennt hast und als Privatfahrer starten wirst. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Ja genau. Leider zieht sich das Cofain Team aus dem Motocross Sport zurück, was ich natürlich sehr schade finde, weil ich meine größten Erfolge mit dem Cofain Team gefeiert habe. Somit war ich gezwungen mich selbst auf die Beine zu stellen, was mir aber dank vielen Sponsoren und großzügigen Freunden echt gut gelungen ist.

Vor wenigen Tagen wurde dein Heimrennen in Rietz abgesagt. Bist du sehr enttäuscht darüber?
Ja sehr, da es mein Heimrennen ist und ich in diesem Verein groß geworden bin, enttäuscht mich dass sehr! Da ich immer noch sieglos bin zu Hause, war ich heuer äußerst motiviert dieses Kapitel zu vollenden, aber man muss solche Entscheidungen akzeptieren! Ich hoffe, dass das alles bald vorbei ist und wir endlich unseren gewohnten Weg gehen können.

Die MX2 ÖM Klasse 2020 ist wieder sehr stark besetzt. Der amtierende Staatsmeister Marcel Stauffer ist wieder dabei und Michael Sandner vom MXGP zurückgekehrt. Welche Ziele hast du dir Ziele 2020 gesetzt?
Mein Ziel ist es gesund und unfallfrei durch die Saison zu kommen. Natürlich arbeite ich dafür, dass ich am obersten Treppchen stehe, egal wer rechts oder links neben mir am Startgatter steht.

Bist du mit Top 3 Platzierungen zufrieden oder zählt nach dem Vizetitel 2018 nur noch der Staatsmeistertitel für dich?
Ich will gewinnen! Mein inneres Ich will das, und ich noch viel mehr ( haha). Ich bin froh, wenn ich gesund Heim komme, aber mein Ziel ist es nach jedem Rennen als Sieger von der Strecke zu gehen. Aber geschenkt wird einem nichts bei der hohen Dichte die wir in Österreich haben.

Werden wir dich in den nächsten Jahren weiterhin in Österreich sehen oder möchtest du deinen Fokus in die internationale Motocross Szene legen?
Ich lege vorerst meinen Fokus auf die ÖM und den ADAC. Eventuell ein paar Starts in der Schweiz oder Tschechei, wenn es der Kalender zulässt.

Wie sehen deine Ziele für die nächsten Jahre aus?
Einen Staatsmeistertitel in das Land Tirol bringen (haha). Aber ich möchte auch bei den Masters noch gute Erfolge feiern. Mal sehen was die Zukunft so bringt!

Mehr in Fahrer

X