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Yamaha YZ450F 2026 im Test

Video/Test

Yamaha YZ450F 2026 im Test

Ende August lud Yamaha Motor Europe zum europäischen Presse-Launch der neuen Yamaha YZ450F, Modelljahr 2026, ein. Für unseren Testfahrer ging es in die Niederlande nach Lelystad, wo das neue Modell erstmals getestet wurde. Am Tag der Ankunft wurde die YZ450F unter anderem von Gautier Paulin und Maxime Renaux präsentiert und am darauffolgenden Tag ging es für uns zum MC Flevoland, wo wir drei Sessions je 20 Minuten fahren durften. Dazu hatten wir auch die Möglichkeit, die neue Yamaha YZ250F und YZ125 GYTR zu fahren.

Neuerungen der YZ450F 2026

Zum 70. Jubiläum von Yamaha hat die neue YZ450F ein Sondermodell in den Farben Rot und Weiß präsentiert, angelehnt an die Motorräder der 1970er Jahre. Für 2026 hat Yamaha die Leistung und das Handling des Flaggschiffs YZ450F weiter verbessert.

Die YZ450F 2026 verfügt über einen überarbeiteten Motor, dessen Ansaugsystem überarbeitet wurde, um die Handhabung zu erleichtern und eine linearere Gasannahme sowie eine bessere Kontrolle im unteren und mittleren Drehzahlbereich zu ermöglichen.

Aufgrund der immer strengeren Lautstärkeregelungen ist das Motorrad leiser. Dazu erhielt der Auspuff einen mittig platzierten Resonator sowie Anpassungen an der Abstimmung gemacht, und der Luftfilter verfügt jetzt über einen zusätzlichen Resonator und einen Kanal, um das Ansauggeräusch zu reduzieren.

Das neueste Modell verfügt erstmals über eine hydraulische Kupplung. Der Hebel liegt natürlich und leicht in der Hand und ist sanfter abgefedert. Weitere Änderungen an der Kupplung und dem Kupplungshebel sorgen für eine stabilere Leistung.

Beim neuen Rahmen wurden die innere Struktur und die Stärke der Unterrohre überarbeitet und es wurden beidseitige asymmetrische Motorlager eingesetzt, um das Torsionsverhalten des Rahmens anzupassen.

Das Innenleben des Federbeins wurde überarbeitet, wobei die Kolbenstange von 24 auf 28 mm vergrößert wurde und separate Ölkanäle für Druck- und Zugstufe eingeführt wurden, was die Dämpfung bei niedrigen Geschwindigkeiten verbessert. Das Shim-Paket, das für die Kompression im mittleren bis hohen Geschwindigkeitsbereich sorgt, hat jetzt sechs Öffnungen pro Hub im Gegensatz zu den vier des Vorgängermodells, was die Dämpfung bei härterem Fahren verbessert. Außerdem gibt es ein neues Stellrad für die Druckstufendämpfung.

Zusätzlich wurden noch kleine Änderungen vorgenommen, beispielsweise wurde die Sitzbankoberfläche verbessert und die Position des Schalldämpfers verändert, sodass man mehr Platz zwischen hinterem Kotflügel und Schalldämpfer hat.

Der Test

Der MC Flevoland präsentierte eine perfekt präparierte Strecke über den kompletten Testtag. Die erste Session fand um ca. 10.00 Uhr statt, wobei für mich die ersten 20 Minuten nötig waren, um mich auf das neue Motorrad und neue Strecke einzustellen. Als 250ccm Viertakt-Fahrer fuhr ich bei noch teils rutschigen Bodenverhältnissen zu aggressiv und fühlte mich noch nicht 100% wohl auf der neuen YZ450F. Dies änderte sich im Laufe des Testtages und ich kam von Runde zu Runde besser ins Fahren. 

In der ersten Session fuhr ich ausschließlich mit den Standard-Einstellungen, wo ich schnell bemerkte, dass die Yamaha YZ450F zu den stärksten Motorrädern auf dem Markt zählt. Die Motorleistung war in allen Drehzahlbereichen enorm und man konnte mit wenig Kraft das Motorrad schnell fahren. Ein ruhigerer Fahrstil war definitiv vorteilhaft. In der zweiten Session habe ich dann zwei „smoothere“ Mappings von den Jungs von Yamaha Motor Europe mittels App auf das Bike gespielt bekommen und das kam meinem Fahrstil enorm zugute. Das Motorrad war in allen Bereichen sehr gut dosierbar und berechenbar. Das Ziel, ein Motorrad, das für Jedermann fahrbar und kontrollierbar ist, hat Yamaha aus meiner Sicht sehr gut umgesetzt. 

Beim Fahrwerk hat Yamaha ausschließlich beim Stoßdämpfer Weiterentwicklungen vorgenommen. Wie man es bereits gewohnt ist, bietet das KYB Fahrwerk sehr viel Komfort und hat beim Test in allen Belangen einwandfrei funktioniert. Meiner Meinung nach ist das Fahrwerk standardmäßig sehr gut für Amateur-Fahrer abgestimmt. Schnellere Fahrer werden ohnehin bei jedem neuen Motorrad Änderungen je nach deren Vorlieben vornehmen.

Beeindruckt hat mich auch das Chassis der YZ450F. Die Balance ist perfekt getroffen und man hat nie das Gefühl, dass das Motorrad front- und hecklastig ist. In den Kurven ist es sehr handlich und fällt schön in die Rillen rein, dennoch hat man ausreichend Stabilität. Auch die hydraulische Kupplung bietet mehr Komfort und ich habe diese gegenüber der alten Seilzug-Kupplung bevorzugt. 

Ich hatte auch die Möglichkeit, einen Rennstart mit der Launch Control zu simulieren. Mit der App kann man die maximale Drehzahl nach Wunsch einstellen, was die Starts für mich etwas erleichert haben. Ob ich die Launch Control bei Rennstarts verwendet würde, hängt, denke ich, von den Bedingungen ab. Die Möglichkeit zu haben, auf diese Technik zugreifen zu können, ist jedenfalls vorteilhaft. 

Wie zu erwarten hat mich das Motorrad sehr überzeugt und ich hatte sehr viel Spaß auf der Strecke. Aus meiner Sicht ist die App derzeit die beste auf dem Motocross-Markt. und die Änderungen waren sichtlich zu spüren. Für mich steht die Yamaha YZ450F für Power, die jedoch sehr gut kontrollierbar ist. Zusammenfassend konnte ich beim neuen Modell keine Schwächen feststellen und Yamaha hat mit den Änderungen meiner Meinung nach einen weiteren Schritt in die richtige Richtung gemacht. 

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